Exzerpt aus Pressestimme zur Weltpremiere

Zitat

Auszug aus dem Artikel “Weltpremiere” in der WIB (Woche im Blick) aus Ansbach vom 1.8.2013, verfasst von Bernd Höllein:

Zur “Weltpremiere” einer neuen Brückenkonstruktion lud der Diplomingenieur und Architekt René Brudniok vergangene Woche in die ehemalige Ansbacher Molkerei ein.

…   Auf den Gedanken, eine witterungsbeständige Holzbrücke vor allem für Fußgänger und Radfahrer zu entwickeln, war Brudniok angesichts der Entwicklungen in den 80er- und 90er-Jahren gekommen; damals waren viele Brücken gebaut worden, die allerdings “schnell verrottet” seien. Seine Stapelholzbrücken seien hingegen robust und langlebig.

…   Wegen ihrer “überschaubaren Kosten” eigne sich die Stapelholzbrücke besonders für haushaltsschwache Kommunen, so der Brücken-Erfinder. Durch das Modulsystem sei eine industrielle und kostengünstige Produktion möglich. Die verwendeten Hölzer will Brudniok aus nachhaltiger Forstwirtschaft beziehen.

…   Klappt alles, dann wird es aus der heimischen Region unter der Markenbezeichnung “YBER” bald verschiedenste Brückenlösungen für Europa geben: von der einfachen Balkenbrücke von 6 bis 15 m Spannweite bis hin zu Schrägseilbrücken mit bis zu 207 Metern möglicher Länge.

Gut denkbar, dass dann auch so mancher Wanderer im Fränkischen über Brudniok’sche Holzbrücken sein Ziel erreicht, sind die Brücken doch filigran und fügen sich durch den großen Holzanteil gut in viele Natur- und Kulturlandschaften ein, wie’s im Brückenprospekt heißt.

 

Weltpremiere der Stapelholzbrücke

Um Konstruktion und Leistungsfähigkeit zu demonstrieren, wird der Öffentlichkeit am 25.07.2013 die erste Stapelholzbrücke vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Pilotbrücke vom Typ HomoLog 1 mit 5 m lichter Spannweite.

Die Präsentation findet statt:

am Donnerstag dem 25. Juli um 10:00 Uhr
in der Beckenweiherallee 7
in 91522 Ansbach
auf dem Gelände der ehemaligen Bezirksmolkerei Ansbach.

Eingeladen sind Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Presse und Verwaltung, sowie alle interessierte Menschen.

Die Stapelholzbrücke

Stapelholzbrücken sind Schrägseilbrücken mit einer hölzernen horizontalen Tragstruktur. Bei dieser Brückenbauweise befinden sich unter Fahrbahn oder Gehweg durchlaufende Tragkonstruktionen aus Baumstämmen, welche in besonderer Weise verlegt und miteinander verbunden sind. Diese Tragkonstruktionen liegen in regelmäßigen Abständen auf Querträgern auf, welche an Schrägseilen hängen, die wiederum am Kopf eines Pylons befestigt sind. Die Stapelholzbrücke wurde 2011 von René Brudniok entwickelt und zum internationalen Patent angemeldet.

Stapelholzbrücken sind einfach und schnell zu errichten.

Sie besitzen variable Stützweiten von 10 m bis 120 m.

Die Stapelholzbrücke ist ein ökologisch ausgerichtetes Produkt  und besteht zum Großteil aus Naturbaustoffen.

Sie ist leicht wieder abzubauen und gut recyclebar.

Brückenüberbauten in Stapelholzbauweise sind günstiger als vergleichbare andere Konstruktionen.

Stapelholzbrücken sind leicht und besitzen nur wenige Gründungspunkte. Dies senkt die Kosten für den Brückenunterbau.

Stapelholzbrücken sind filigran und fügen sich durch den großen Holzanteil gut in viele Naturlandschaften ein.

Sie sind besonders für Rad- und Fußgängerbrücken geeignet.

Kleine Brückenkunde

Definition nach DIN 1076:

„Als Brücken gelten alle Überführungen eines Verkehrsweges über einen anderen Verkehrsweg, über ein Gewässer oder über tieferliegendes Gelände, wenn ihre lichte Weite zwischen den Widerlagern 2,00 Meter oder mehr beträgt.“

Es ist anzunehmen, dass die ersten Brücken über ein Gewässer hinüber umgefallene Bäume waren.

Man kann Brücken nach Funktion, Baumaterial, Konstruktion oder statischem System einteilen.

Unterscheidung nach Funktion: Fußgängerbrücke, Fahrradbrücke, Brücke für den Kraftverkehr, Brücke für den Schienenverkehr, technische Verbindungsbrücke (Rohrleitungsbrücke), Grün- / Wildbrücke zum Vernetzen von Naturräumen, Behelfsbrücke (bei Brückensanierung), Militärbrücke

Unterscheidung nach Baumaterial: Holz, Stahl, Aluminium, Stein, Beton (Spannbeton), Mischbauweise

Unterscheidung nach Konstruktion:

Balkenbrücke mit Tragkonstruktion meist aus Holz, Stahlbeton oder Stahlprofilen

Plattenbrücke deren Tragkonstruktion in der Regel eine Stahlbetonplatte (oft aus Spannbeton) ist

Hohlkastenbrücke aus zwei im Abstand übereinander fest verbundenen Platten (Stahlbeton oder Stahl)

Fachwerk- und Gitterbrücke aus miteinander verbundenen Stäben, die einen großen, steifen, oft hohlen Balken bilden (Stäbe meist aus Stahlprofilen oder Holzbalken)

Bogenbrücke aus einem der Parabelform angenäherten Haupttragwerk, welches eine Fahrbahn trägt , die entweder oben aufliegt (meist Stein- oder Stahlbeton-, oft auch Mischbauweise) oder an Seilen angehängt ist (oft Stahl- oder Mischbauweise)

Hängebrücke, deren Fahrbahn am Tragseil hängt, welches oben an Pylonen befestigt und an Land rückgehalten wird (Stahl- Mischbauweise)

Schrägseil- oder Schrägkabelbrücke, deren Fahrbahn an Seilen hängt, die direkt zu einem Pylon laufen, der ebenfalls über Schrägseile mit dem Boden verbunden wird

Spannbandbrücke, deren dünne, steife Fahrbahn in Parabelform durchhängt und an den Enden fest im Boden verankert ist (Haupttragwerk sind meist Spannseile)

Pontonbrücke, auch Schwimm- oder Schiffbrücke, die eine Fahrhahn besitzt, welche von einem Ufer zum nächsten reicht und auf Bootsrümpfen aufliegt

Unterscheidung nach statischem System:

“Balken auf zwei Stützen”: Der Brückenüberbau liegt an den Enden auf Widerlagern und Fundamenten auf

Durchlaufträger: Der Brückenüberbau,  zumeist ein Balkentragwerk  läuft über mehrere Felder und wird über Pfeiler oder eine übergeordnete Tragkonstruktion gelagert (z.B. Pendelpfeilerbrücke oder der Überbau einer Stapelholzbrücke)

Rahmenbrücke: besteht aus einem Überbau und Widerlagern, die in Einheit fest verbunden sind

Oft bestehen Brücken aus mehreren Tragsystemen. Eine Bogenbrücke mit abgehängter Fahrbahn beispielsweise kann, wenn sie von einem Widerlager zum anderen reicht, als ein Balken auf zwei Stützen betrachtet werden, an dem wiederum Balken hängen, auf denen ein Überbau mit Fahrbahn als Durchlaufträger aufliegt.